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Somalia ist das tragischste Land der Welt. Seit mehr als 20 Jahren wütet ein brutaler Bürgerkrieg in dem Land am Horn von Afrika. In der Hauptstadt Mogadischu liefern sich Islamisten und Friedenstruppen der Afrikanischen Union täglich zähe, blutige Gefechte. Dabei wird um Straßen, Viertel, sogar einzelne Häuser und Stockwerke gekämpft.

 

In dem Land funktioniert praktisch nichts mehr. Die Schulen sind geschlossen, es gibt keine medizinischen Einrichtungen mehr, die Menschen können sich an keinerlei staatliche Gewalt mehr wenden. Alle bekannten Hilfsorganisationen sind abgezogen, weil der Einsatz lebensgefährlich ist. Hunderttausende Somalis fliehen jährlich. Manche sind versprengt, manche haben in völlig überfüllten Flüchtlingslagern in den angrenzenden Ländern Zuflucht gesucht. Die meisten Flüchtlinge hausen dort unter menschenunwürdigen Zuständen.

 

Somalia liegt in einem toten Winkel. Die Politiker der Nationen und mit ihnen oft auch die Medien schließen bewusst die Augen vor dem Leid in diesem Land. Eine Intervention erscheint nicht lohnenswert, anders als beispielsweise in dem erdölreichen Libyen. Der Bürgerkrieg in Somalia befindet sich derzeit in einer Patt-Situation, in der sich die Fronten kaum mehr bewegen. Während die UN und die Afrikanische Union (AU) zuschauen und nur ein geringes Kontingent an Soldaten stellen, blutet Somalia langsam aus.

 

Gebende Hände leistete trotz des hohen Sicherheitsrisikos Nothilfe in Somalia. Doch die Situation in dem Land hat sich dermaßen verschärft, dass weitergehende Einsätze unserem Projektleiter und seinen Mitarbeitern nicht mehr zuzumuten waren. Wir haben daher die Hilfslieferungen eingestellt, obwohl die Not der Menschen in Somalia sehr groß ist. Sollte sich die Sicherheitslage in Somalia in nächster Zeit entspannen, werden wir die Bedingungen für die Wiederaufnahme von Hilfseinsätzen prüfen. Die folgenden Seiten berichten über unsere geleisteten Einsätze in der Vergangenheit und liefern wichtige Daten über das Land und einen geschichtlichen Überblick.

 



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