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Philippinen: Wettlauf mit dem Tod

 
Meldung vom 15.11.2013

In großen weißen Buchstaben haben es die Einwohner im Katastrophengebiet der Philippinen auf die Straße gepinselt: „Hilfe!“ oder „Wir brauchen Wasser!“ oder „Essen“ steht da geschrieben, so dass die Hubschrauber, die jetzt erst eine Woche nach dem Taifun zum Einsatz kommen, auf ihre Not aufmerksam werden.

Eine Woche nach dem verheerenden Taifun Haiyan auf den Philippinen gelangen die ersten Hilfsgüter zu den Überlebenden. Für manche kommen sie zu spät. Viele Überlebende sind schon an Entkräftung und Dehydrierung gestorben.

Die Verteilung geht weiterhin nur mühsam voran. Immer noch konnten nicht alle Menschen versorgt werden, weil die Gebiete unzugänglich sind, kein Benzin für den Transport zur Verfügung steht und die Anzahl an Hubschraubern nicht die gesamte Not bewältigen können. Noch immer liegen Leichen, viele schon in die grauen Säcke gepackt, an den Straßenrändern. Und mit jeder Stunde nimmt die Seuchengefahr zu.

Der US-Flugzeugträger George Washington ist angekommen an der Küste der verwüsteten Insel Leyte und beschleunigt die Hilfe für die Hungernden. Weitere Flugzeuge und vor allem 21 Hubschrauber können nun bei der Verteilung der dringend benötigten Lebensmittel und des sauberen Wassers eingesetzt werden.

Es ist schwülwarm und trotzdem regnet es noch in Strömen auf der Insel Leyte. Zusätzlich zu den Trümmern behindert nun auch noch der Schlamm die Überlebensanstrengungen.

Ein Betroffener schildert den Moment des Grauens: Er arbeitete im Büro als die erste Flutwelle hereinbrach. Er konnte gerade noch lebend aus dem eingestürzten Gebäude rennen. Ein junges Mädchen aus dem Nachbarbüro allerdings schaffte es nicht. „Ich saß am Schreibtisch. Dann kam die Flut und ich habe es irgendwie raus geschafft. Ich habe das Mädchen gesehen, das unter einem Gitter lag. Tot.“

Hilfskräfte dringen vermehrt in die zerstörte Stadt Tacloban und in die benachbarten Regionen vor. Aber die Menschen wollen einfach nur weg. Am Flughafen stehen die Menschen Schlange, um einen der begehrten Plätze in den Militärmaschinen zu ergattern, die nach Cebu oder Manila ausfliegen.

Marisa Fida harrt geduldig mit ihrer Familie aus. Alle sind dem Taifun entkommen. Das allein ist großes Glück, weiß sie, aber trotzdem muss sie ihr weiteres Überleben sichern: „Wir haben entschieden, nach Cebu zu gehen. Hier gibt es keine Normalität mehr. Ich will verhindern, dass mein Kind durch die vielen Leichen hier krank wird.“

Die Zeit für die Hilfslieferungen drängt, die Menschen leiden Hunger und die zunehmende Anarchie, das Plündern, lassen sich nur mit ausreichend Hilfslieferungen eindämmen. Ben Hemingway von USAID meldet: „Wir haben die Hubschrauber und die Lkw zum schnellen Verteilen. Hier wird nichts lange gelagert, alles muss sofort weitergehen an die Bedürftigen.“

Der Bürgermeister Taclobans ringt währenddessen mit der Seuchengefahr. Gestern wurden 300 Leichen in einem Massengrab verscharrt, ohne Trauerrede und ohne Zeit für wirkliche Abschiede. Es gibt keine Zeit zu verlieren. Die Toten allerdings sind gekennzeichnet, können später vielleicht noch einmal angemessen beigesetzt werden.

Die UN verzeichnet derzeit 4.460 Tote nach dem Taifun Haiyan. Es gibt 12 Millionen Betroffene und 920.000 Menschen sind obdachlos geworden. Die Zahlen könnten noch steigen.


Video-Beiträge zu diesem Thema

 Nach dem Taifun: Massenbeerdigungen und Chaos




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „ARD-Nachrichten online“, ard.de

Schlagwörter: Philippinen, Hilfslieferung, Hubschrauber, Taifun, Haiyan, Seuchen, Flutwelle, Tsunami, Trümmer, Flugzeugträger, George Washington, Anarchie, Plünderung, Tacloban, Tote, Obdachlose