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Honduras: Menschenrechtsanwalt erschossen

Meldung vom 17.04.2018

Menschenrechtler und regierungskritische Aktivisten haben es in Honduras schwer. Immer wieder geschehen Morde, die meist unaufgeklärt bleiben. Das jüngste Opfer ist der Rechtsanwalt Carlos Hernández. Er wurde am 10. April in seinem Büro in der honduranischen Gemeinde Tela in Atlántida von bisher unbekannten Tätern erschossen. Hernández ging gegen ein großes Staudamm-Projekt an, bei dem dort lebende indigene Bevölkerungsgruppen zwangsvertrieben werden sollen. Er hatte im Gerichtsverfahren um den Ingelsa-Staudamm am Fluss Jilamito die Rolle des Verteidigers für einen Gegner des Projekts angenommen. Obwohl er noch sehr jung war, hatte er sich schon seit längerem für die Menschenrechte in Honduras stark gemacht.

Hernández vertrat zuletzt den Bürgermeister der Gemeinde Arizona, Arnoldo Chacón, in einem laufenden Strafverfahren. Chacón nahm teil an der Breiten Bewegung für Würde und Gerechtigkeit (Movimiento Amplio por la Dignidad y la Justicia, MADJ), die sich gegen Korruption zur Wehr setzt und die Menschenrechte in Honduras und insbesondere die Umwelt- und Landrechte indigener Gemeinschaften verteidigt. Mit weiteren Mitgliedern der Organisation focht Chacón das Vorhaben der Regierung an, den Staudamm am Fluss Jilamito zu bauen. Daraufhin mussten die Protestler sich vor Gericht verantworten.

Man versuchte, Chacón durch Drohungen, Verfolgungen, Schikanen und illegale Hausdurchsuchungen von staatlichen Sicherheitskräften einzuschüchtern. Das alles geschah, weil er sich offen gegen die Erteilung von Baugenehmigungen an das zuständige Unternehmen stellte, so die MADJ.

Die internationale Menschenrechtsorganisation Witness for Peace verlangt, dass der Mord an Hernández gründlich, unparteiisch und transparent aufgeklärt wird. Dieser Fall dürfe nicht erneut zu einem Beispiel von Straflosigkeit werden. Menschenrechtsverteidiger sowie Umwelt- und Landrechtsaktivisten leben in Honduras gefährlich. Sie werden regelmäßig diskreditiert, unter Druck gesetzt und sogar ermordet, wie das Beispiel von Berta Cáceres zeigt.

Kaum einer der Täter oder Drahtzieher muss mit einer Strafe rechnen, weil Ermittlungen und Gerichtsverfahren nachlässig angegangen werden oder gar nicht stattfinden. Trotz formaler Fortschritte in der Gesetzgebung zum Schutz von Menschenrechtsverteidigern werden diese nicht umgesetzt oder reichen nicht aus, um für Gerechtigkeit zu sorgen. Amnesty International  bemängelt sogar, dass die im Jahr 2017 neu erlassenen Gesetze eher zu mehr Willkür und unangemessener Anwendung gegen Menschenrechtsaktivisten einladen.

Auch Anwälte nehmen aufgrund ihrer Arbeit ein hohes Risiko auf sich. Von 2010 bis 2016 sind 115 Anwälte ermordet worden. Die Zahl ist in den letzten Jahren gestiegen. Pro Tag fordern durchschnittlich zwei Anwälte Schutzmaßnahmen bei der honduranischen Anwaltskammer an.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: amerika21.de

Schlagwörter: Honduras, Menschenrechte, Menschenrechtsanwalt, Mord, erschossen, Carlos Hernández, Staudamm, indigene Bevölkerung, Landrechte, Zwangsenteignung, Strafverfahren, Anzeige, Fall, Gericht, Schikane, Drohungen, Lebensrisiko, Berta Cáceres, Ingelsa-Staudamm