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Philippinen: Bittere Not von Hausangestellten im Ausland

Meldung vom 25.09.2008

In Libanon haben seit Anfang 2007 Dutzende ausländische, zum großen Teil philippinische Hausangestellte ihrem Leben ein Ende gesetzt oder sind eines gewaltsamen Todes gestorben. Eine Menschenrechtsorganisation spricht sich dafür aus, die Arbeitsbedingungen dieser Angestellten zu verbessern.

Die amerikanische Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) rückt in einem Bericht das traurige Schicksal von philippinischen Hausangestellten in Libanon ins Blickfeld. Laut HRW sind seit Anfang 2007 insgesamt 95 ausländische Hausangestellte ums Leben gekommen, die Mehrzahl von ihnen eines gewaltsamen Todes. Entweder begingen sie Selbstmord oder sie stürzten aus hohen Gebäuden zu Tode.

Eine Untersuchung von HRW habe aufgedeckt, dass diese Dienstmädchen völlig verzweifelt gewesen seien, erklärt Nadim Houry, der Vertreter von HRW in Beirut. Wegen der ausbeuterischen Arbeitsbedingungen hätten manche von ihnen keinen anderen Ausweg gesehen, als ihr Leben zu beenden. Andere seien angeblich vor dem Arbeitgeber geflüchtet und dabei zu Fall gekommen.

In Libanon, am Golf und in anderen arabischen Ländern hat in den vergangenen Jahren die Einstellung von ausländischen Dienstmädchen stark zugenommen – ein Zeichen für den wachsenden Wohlstand arabischer Familien. Auch mittelständische Familien können es sich leisten, ein Hausmädchen anzustellen.

Rund 200.000 ausländische Hausangestellte arbeiten derzeit in Beirut. Die Mehrzahl stammt aus Asien. Gerade aus den Philippinen versuchen die jungen Frauen durch Arbeit im Ausland oft einem Leben aus den Slums zu entfliehen. Der Traum vom Geldverdienen im Ausland stellt sich aber oft als eine Illusion heraus. Seitdem sich die Todesfälle mehren, verbieten die Philippinen weiblichen Staatsangehörigen die Ausreise nach Libanon.

Aus den Philippinen hatten die Libanesen bisher die meisten Hausangestellten beordert. Um mehr über die Arbeitsbedingungen der Hausangestellten in Libanon zu erfahren, haben Mitarbeiter von HRW Dienstmädchen, deren Arbeitgeber, zumeist libanesische Beamte und ausländischen Botschafter, befragt. Sie alle, bemerkt Houry, müssten sich damit auseinandersetzen, warum sich in Libanon durchschnittlich jede Woche eine ausländische Hausangestellte umbringe.

Das Eingesperrtsein und die niedrige Bezahlung gehören zu den Hauptgründen für die Not der jungen Frauen. Viele Hausangestellte dürfen nicht außer Haus gehen; sie leben völlig isoliert in den Wohnungen ihrer Arbeitgeber. Durchschnittlich erhalten die Dienstmädchen einen Monatslohn von umgerechnet 60 bis 150 Euro. Die meisten überweisen den gesamten Betrag in ihre Heimat und versorgen damit ihre Kinder, Eltern und Ehemänner.

Die Frauen müssten nicht nur Gefühle des Fremdseins, der Einsamkeit und der Hilflosigkeit ertragen, sondern bekämen nicht ausreichend zu essen, schliefen nur auf dünnen Matratzen und würden beschimpft oder geschlagen. So käme es früher oder später unweigerlich zu psychische Störungen. Die Arbeitslosigkeit, die auf den Philippinen herrscht, treibt Tausende von Filipinos ins Ausland. Oft geraten sie dabei vom Regen in die Traufe.




Quelle: Gebende Hände-Redaktion; nach einer Information von: „Neue Zürcher Zeitung, NZZ Online“, nzz.ch