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Philippinen: Ein Land öffnet sich für Geburtenkontrolle

Meldung vom 10.04.2014

Trotz des jahrelangen Widerstands der katholischen Kirche hat das Oberste Gericht der Philippinen am Dienstag (08.04.2014) ein umstrittenes Gesetz zur Familienplanung in Schutz genommen. Das Gesetz, das unter anderem die Ausgabe von Verhütungsmitteln durch staatliche Gesundheitszentren und den Unterricht von Sexualkunde an den Schulen einführt, sei mit der Verfassung vereinbar, entschied das Oberste Gericht.

Mit dem Urteil wurden mehr als ein Dutzend Klagen kirchlicher Gruppen gegen das Gesetz abgelehnt. Das Gesetz sieht vor, dass Mitarbeiter des staatlichen Gesundheitsdienstes in Familienplanung geschult werden. Zudem wird medizinische Behandlung nach Abtreibungen gestattet.

Die einflussreiche Katholische Kirche leistete in dem ostasiatischen Inselstaat – das einzige katholische Land Asiens – über Jahre erfolgreich Widerstand gegen ein Gesetz zur Familienplanung. Im Dezember 2012 setzte sich Präsident Benigno Aquino gegen die Kirche durch und signierte das Gesetz, doch wurde es nach dem Einspruch mehrerer Kirchengruppen vom Obersten Gericht bis zu einer abschließenden Prüfung auf Eis gelegt.

„Diese monumentale Entscheidung bestätigt die Trennung von Kirche und Staat und bekräftigt die Vorrangstellung der Regierung in säkularen Fragen wie Gesundheit und der sozioökonomischen Entwicklung“, meint der Hauptinitiator des Gesetzes, der Abgeordnete Edcel Lagman, nun nach der Verkündung des Urteils. Der Gesetzesgegner Francisco Tatad sieht hingegen die Gefahr, dass das Gesetz „zumindest zu zivilem Ungehorsam, im Extremfall zu einer tatsächlichen Revolte“ führen könne. Der frühere Senator machte darauf aufmerksam, dass einige es vorziehen würden, sich „der Macht des Teufels zu widersetzen und als Märtyrer zu sterben“.

Die Katholische Kirche, zu der sich mehr als 80 Prozent der etwa hundert Millionen Philippiner bekennen, hatte das Gesetz als „böse“ eingestuft und Aquino mit der Exkommunion gedroht. Die Kirche übt in der philippinischen Gesellschaft große Macht aus, weshalb etwa Scheidungen auf den Philippinen bis heute untersagt sind. Jüngsten Umfragen zufolge würden jedoch 72 Prozent der Bevölkerung für das Gesetz stimmen. 84 Prozent sind der Meinung, dass der Staat kostenlose Verhütungsmittel aushändigen sollte. Frauenrechtsgruppen befürworten das neue Gesetz. Sie sind überzeugt, dass durch die Maßnahmen die Geburtsrate von 3,54 gesenkt und so die Armut eingedämmt werden kann.




Quelle: „Tiroler Tageszeitung“, www.tt.com

Schlagwörter: Philippinen, Geburtenkontrolle, Verhütung, Staat, Kirche, Benigno Aquino, Oberstes Gericht, Verfassungsklage, verfassungswidrig, Gesetz, Gesundheit, Sexualkunde, Unterricht, Schule, Verhütungsmittel, Katholische Kirche, Scheidung, Exkommunion, Frauenrecht, Armut, Geburtsrate, Familienplanung, Geburt